Portfoliowettbewerb 2026


Portfoliowettbewerb 2026

Am 28.7.2026 wurde im Victor’s Seehotel Weingärtner am Bostalsee der Portfoliowettbewerb 2026 von den Juroren Steffi Hermann, Jochen Kohl, Joachim Martius und Heinz Beste juriert. Bei diesem Wettbewerb sind erstmals deutlich weniger als die üblichen ca. 50 Einsendungen eingegangen waren, nämlich nur 13 Serien mit acht Bildern. Es befanden sich darunter jedoch wieder sehr gute Werke. Die Juroren haben hiervon die fünf Siegerserien ausgewählt, die vom 2. bis 4. Oktober 2026 auf der Imaging World in Nürnberg gezeigt werden. Wir freuen uns für unsere Fotografen, dass dort an prominenter Stelle die fünf Serien im Format 50x40 , von den Fotografen selbst gedruckt, einem breiten Publikum gezeigt werden können. Zum zweiten Male darf sich der DVF damit auf der Imaging World präsentieren und damit seinen Bekanntheitsgrad weiter steigern.


Platz 1 - Goldmedaille: Gilbert Schmidt, Fotoclub Besseringen

"Gatter"

In ländlicher Umgebung zwischen einem hügeligen Landstrich und einer Flusslandschaft liegt ein ehemaliger, herrschaftlicher Gutshof. Seit vielen Jahrhunderten wurde er erst als klösterlicher Hof und ab den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts privat für die Viehzucht, bis in die jüngere Vergangenheit, betrieben. So wurden nach und nach aufwendige Gatterumfriedungen, um die Weidegründe herum, angelegt und dienten so der Trennung einzelner Rinderrassen. Nach Aufgabe der Viehzucht überließen die Eigner die Weiden und einhergehend auch die Gatter sich selbst. So entstand eine urige Wiesenlandschaft. Die Gatterumrandungen waren alsbald den Witterungsbedingungen ausgesetzt und zerfielen teilweise. Jedoch viele Gatterreste stehen immer noch, Mahnmalen gleich, über das weite Arenal verstreut. Sind Wiese und Gatter allein schon ein beeindruckendes Fotomotiv. Doch magisch wirkt diese ehemalige Kulturlandschaft erst im frühen Morgennebel. Ein Zauber legt sich darauf und das Scenario erinnert an eine Landschaft außerhalb der Realität. Was einst eine praktische Aufgabe zu erfüllen hatte ist heute ein fotografisches Kleinod. Gilbert Schmidt DVF Nr 000840


Platz 2 - Silbermedaille: Karena Meyer, Foto-Club-VHS Glückstadt

„Wehrhaft vom Anfang bis zum Ende“

Ein Rosenstock kann bei guter Pflege im Durchschnitt 30 bis 50 Jahre alt werden. Bewunderung und Beachtung werden meistens ausschließlich den schönen Blüten geschenkt. Diese blühen aufs Jahr bezogen jedoch nur eine kurze Zeit und sind vergänglich. Bestand haben die weniger beachteten Stängel und die Stacheln. Im Laufe der Zeit verändern sie ihre Farbe und ihre Größe und Dicke. Sie werden robuster, im Laufe der Zeit holziger und sind auch häufig von Pilzinfektionen befallen. Vor allem die Stacheln sind beim Verschenken nicht sonderlich beliebt, dienen aber der Blume zum Schutz vor Fressfeinden und bescheren so der Rose ein langes Leben. Mit meinem Portfolio möchte ich diese Teile der Rose in den Mittelpunkt stellen und ihnen Aufmerksamkeit schenken.


Platz 3 - Bronzemedaille: Uwe Beutnagael Buchner - Direktmitglied Baden-Württemberg

"Die Bergbausiedlung Pyramiden auf Spitzbergen"

Die Fotografien vermittelt einen Eindruck vom Leben in einer isolierten Bergbausiedlung im 20. Jahrhundert auf Spitzbergen, mitten in der Arktis. Die Frauen und Männer mussten hart arbeiten und es sollte ihnen an nichts fehlen. Die Westküste von Spitzbergen wurde bereits seit dem 17. Jahrhundert von Walfängern genutzt und ab Anfang des 20. Jahrhunderts von Bergbaufirmen für den Kohleabbau erschlossen. Der Ort Pyramiden wurde 1910 von einem schwedischen Unternehmen für den Abbau der reichhaltigen Kohlevorkommen gegründet und 1927 an die Sowjetunion verkauft. Seitdem wohnten und arbeiteten bis zu 1000 Menschen dort. Sie hatten eine Kantine, eine Schule, ein Sport- und Kulturzentrum und ein Schwimmbad. Pyramiden wurde 1998 aufgegeben und ist seitdem eine Geisterstadt


Platz 4 - Urkunde: Heinz Jörres - Fotografische Gesellschaft Düren

"Recycling, oder Neues entsteht"

Auch auf dem Recyclinghof einer Tissue- oder Hygienepapierfabrik, gibt es Motive die man entdecken und herausarbeiten kann. Auf großen Haufen oder Ballen, gilt es Formen, Farben, Gleiches und Gegensätzliches im natürlichen Licht umzusetzen. Sehr bewusst habe ich das Aufnahmeformat 2:3 hier gewählt und eingehalten. Geringfügige Ausschnitte waren nur nötig für die Angleichung der Entwicklung und einer Feinjustierung um auf das Druckergebnis Einfluss zu nehmen. Durch den Eigendruck wurde dies mit der gewünschten Bildwirkung optimal abstimmbar.


Platz 5 - Urkunde: Michael Ntagas - Direktmitglied Hessen Rheinland-Pfalz

"Mechanik des Handwerks, Besteckfabrik Fleckenberg"

Die Serie „Mechanik des Handwerks – Besteckfabrik Fleckenberg“ entstand in einer stillgelegten Produktionsstätte, in der Maschinen, Werkzeuge und Arbeitsplätze über Jahrzehnte nahezu unverändert geblieben sind. Mich interessiert an diesem Ort die unmittelbare Verbindung von handwerklicher Fertigung und mechanischer Präzision. Die Spuren der Arbeit, die Abnutzung der Materialien und die Konstruktion der Maschinen erzählen von einem Produktionsalltag, der heute weitgehend verschwunden ist, aber in seiner Klarheit und Funktionalität eine eigene Ästhetik entwickelt. Auch wenn keine Menschen mehr anwesend sind, bleibt ihre Präsenz spürbar: in Ordnungssystemen, improvisierten Lösungen und der sichtbaren Logik handwerklicher Abläufe. Diese Verbindung von menschlicher Erfahrung und mechanischer Fertigung bildet den Kern der fotografischen Auseinandersetzung. Die Aufnahmen konzentrieren sich auf Formen, Materialien und Strukturen, die den Charakter des Ortes prägen. Die Entscheidung für Schwarzweiß reduziert die Motive auf ihre wesentlichen Elemente und betont die funktionale Ästhetik der Maschinen und Werkzeuge. Die Bilder zeigen einen industriellen Raum, der nicht museal wirkt, sondern als authentisches Zeugnis eines Handwerks, das im Wandel der Zeit an Bedeutung verloren hat. „Mechanik des Handwerks“ versteht sich als ruhige, respektvolle Annäherung an einen Produktionsort, dessen Spuren eine besondere fotografische Präsenz besitzen. Die Serie macht sichtbar, wie eng menschliche Arbeit und technische Fertigung miteinander verbunden waren – und wie viel davon selbst im Stillstand erhalten bleibt.