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11.12.2012 20:52 Alter: 2 yrs
Kategorie: Aktuelles
Von: K.H. Tobias

Wer sind wir? Meinung erwünscht!


Wer sind wir – die Fotografen/innen im DVF? Zu dieser allgemeinen Frage – veröffentlicht im DVF-journal – haben sich viele Fotofreunde gemeldet und ihre seriösen, unterschiedlichen Meinungen und Kommentare geschickt.

Einen Auszug daraus, den wir gerne weiter zur Diskussion stellen wollen.

Volker Göllner DVF AFIAP, Neuss:

„Mir fällt im Zusammenhang mit der Darstellung des DVF immer wieder die Formulierung ambitionierter Hobbyfotograf auf. Das ist m.E. nicht mehr zeitgemäß – in Fachkreisen spricht man heute vom ambitionierten Fotografen; das wäre dann quasi zumindest Semiprofessionell. Hobbyfotograf ist eigentlich im Wortgebrauch unteres Niveau. Hier sollte der DVF in der Außendarstellung ein klares Signal setzen. Da hier recht viel Diskussionsstoff mit verbunden ist, wäre es vorteilhaft, das mal im DVF zu analysieren. Vielleicht können sich Mitglieder hierüber einmal näher auszutauschen.“

Torsten Winkler, DVF-Direktmitglied, Leipzig:

„Ich bin ein Hobbyfotograf! Das heißt: Ich opfere mit Herzblut meine kostbarste Ressource – meine Freizeit. Dieser kann man keinen monetären Wert zuschreiben. Daher wird sie von Unternehmen und immer mehr auch von uns selbst als wertlos angesehen. Stattdessen wird in zunehmendem Maße die Ausübung der Fotografie als Beruf glorifiziert, als wäre dies der höchste Gipfel, den es zu erklimmen gilt. ‚Er fotografiert wie ein Profi’ wird zum Gütesiegel. Man ist nicht mehr Amateur sondern ‚semiprofessionell’. Hier und da versucht man sich schnörkelreiche Etiketten anzuheften, um dem Ego zu schmeicheln. Passbildfotografen sind Profis. Porträtfotografen, die ihre Schaufenster mit Standardfotos ‚schmücken’, sind Profis. Hochzeitsfotografen, die Posen herunterknipsen sind Profis. Auch sie sind ‚ambitionierte Fotografen’, und zwar in ihrem Streben nach Einkommen. Mit diesen Profis will ich nicht in einen Topf geworfen werden. Daran ist nichts glorreich oder erstrebenswert. Die Leistungsgesellschaft kommt in den Köpfen der Hobbyfotografen an. Es reicht nicht mehr, ein Hobby aus Liebe zu betreiben – das ist ‚unteres Niveau’. Wir müssen Leistungsfotografen sein „Wer sind wir?“ – Keine Fotoamateure? – besser noch Hochleistungsfotografen. Das Hamsterrad muss sich immer schneller drehen – wem es zuviel wird, der fliegt raus. Immer mehr Menschen mit Burnout und Depressionen? Nicht unser Problem! Mehr Druck! Mehr Leistung! Schneller! Viele sind sich nicht bewusst, an welchem Rad sie mit ihrer Abneigung gegen das ‚Hobby’ im Fotografen drehen. Anstatt sich an der Vielfalt und der Beliebtheit der Fotografie zu erfreuen, wird nur an Abgrenzung gegenüber denen gedacht, die Fotografie nicht so ernst nehmen, wie man selbst. Müssen wir eigentlich zumindest semiprofessionell werden, wenn wir ambitioniert sind? Größere Kamera! Größeres Objektiv! Größeres Ego! Größere Professionalität! Bessere Fotografie? Ich möchte den Spaß und die Freude an der Fotografie nicht durch Profilierungssucht geopfert wissen. Das Problem der Hobbyfotografie liegt nicht in der Bezeichnung, sondern im Denken und Handeln derer, die sich dafür schämen. Steht aufrecht und stolz zu eurem Hobby! Es ist ein Privileg, etwas zum Vergnügen zu tun, und nicht sein Geld damit verdienen zu müssen. Der Hobbyfotograf ist frei. Keine Kundenwünsche, keine Auftragsarbeiten, er kann sein eigenes Tempo und Betätigungsfeld wählen. Wem das zu schäbig klingt, der sollte lieber glorreicher Passbildfotograf werden. Ich bin froh, in einem Verband zu sein, der sich die Hobbyfotografie auf die Fahnen geschrieben hat. Hier steht die Liebe zur Fotografie im Vordergrund.“

Wenn auch Sie zu diesem oder einem anderen Thema interessante Betrachtungsweisen haben oder eine Frage an alle DVF-Fotografen stellen möchten, senden Sie uns bitte gerne Ihren Kommentar an:

dvfjournal (at) dvf-fotografie.de

 


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